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Der Ehrenpräsident des Walter Eucken Instituts

Prof. James M. Buchanan (1919–2013)

Der Mitbegründer der ökonomischen Theorie der Politik und Erneuerer klassisch liberaler Verfassungstheorien wurde 1919 in Tennessee geboren, wo er auch studierte und 1941 den M.A. in Economics erlangte. Nach dem Dienst bei der U.S. Marine schrieb er sich 1946 als Doktorand an der University of Chicago ein. Vor allem unter dem Einfluss von Frank Knight wurde Buchanan zu einem überzeugten Anhänger marktwirtschaftlicher Ordnungsideen. Nach seiner Promotion im Jahr 1948 entdeckte Buchanan die in den USA bisher unbeachteten finanztheoretischen Untersuchungen des Schwedischen Finanzwissenschaftlers Knut Wicksell.

Hier fand Buchanan zwei Ideen, die sein Forschungsprogramm entscheidend prägen sollten: Die Irrelevanz der Vorstellung eines wohlwollenden Diktators als Adressat politischer Ratschläge und die Relevanz der Zustimmung der Betroffenen als Richtmaß für Effizienz und Gerechtigkeit staatlichen Handelns. Die erste Idee vertiefte Buchanan als ökonomische Theorie der Politik (Public Choice); die zweite entwickelte er zu einer ökonomischen Kontrakttheorie der Staatsverfassung (Constitutional Economics).

Buchanans akademische Karriere begann mit Professuren an der University of Tennessee (1948-1951) und der Florida State University (1951-1956). Von kürzeren Lehraufträgen (u.a. University of California, London School of Economics) abgesehen, hielt Buchanan seither Lehrstühle an verschiedenen staatlichen Universitäten in Virginia – seit 1983 bis zu seinem Tod am 9. Januar 2013 war er an der George Mason University in Fairfax tätig. 1986 erhielt Buchanan den  Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. In 2009 erhielt er die Walter Eucken Medaille.

Bei der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises durch König Carl Gustav von Schweden 1986 (Foto: danapress) und im April 2012 bei der Liberty Fund Conference in Freiburg.
James M. Buchanan
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