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1. Perspektiven schaffen für Soziale Marktwirtschaft

Damit die Soziale Marktwirtschaft zukunftsfähig bleibt, ist es nötig, Beiträge zum wirtschaftspolitischen Diskurs zu liefern, die über kurzfristige Systemkorrekturen hinausgehen. Neuere ordnungsökonomische Arbeiten und empirische Ergebnisse komparativer Institutionenanalyse sind dabei die Grundlagen, auf denen wir ordnungs- und institutionenökonomische Ideen diskutieren und aktualisieren. Die hier erörterten Fragen lassen sich auch auf den politischen Prozess übertragen: Wie können Rahmenbedingungen im politischen Wettbewerb dahingehend verändert werden, damit verbesserte Möglichkeiten und Anreize geschaffen werden, mit denen langfristige Bürgerinteressen entdeckt und berücksichtigt werden?

2. Internationale Ordnungsökonomik

Die zunehmende Internationalisierung der Märkte, die in den vergangenen Jahrzehnten durch europäische Integration und Globalisierung eine neue Dynamik erlangt hat, stellt für die klassische Ordnungspolitik eine Herausforderung dar. Bezugspunkt der meisten Theorien und positiven Untersuchungen, die die Frage nach einer gerechten Handelns- und Rechtsordnung stellen, ist nämlich der Nationalstaat. Der Lösungsansatz, diesen Zustand über „universalisierbare Regeln gerechten Verhaltens“ herzustellen, trifft jedoch auf die Grenzen tradierter und gewachsener Rechtskulturen. Dieses Problem betriff neben der Etablierung einer Rechtsordnung auch und insbesondere deren demokratische Legitimierung. Konkret lassen sich diese Konflikte an den aktuellen Wandlungsprozessen in Institutionen wie der WTO oder der EU erkennen.

Unsere Aufgabe ist es, auf europäischer Ebene ordnungspolitische Orientierung zu bieten und die Legitimitätsdefizite einer Europapolitik, die immer stärker interveniert, kritisch zu begleiten sowie Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

3. Fiskalpolitik für einen globalen Wettbewerb

Besteuerung, Staatsausgaben und Staatsschulden werden zwar immer noch weitgehend auf nationalstaatlicher Ebene beschlossen. Für den internationalen Wettbewerb um mobile Ressourcen und weltweit vernetzter Finanzmärkte haben diese Maßnahmen jedoch längst bedeutende Folgen. Hier findet ein Steuer- und Leistungswettbewerb zwischen Jurisdiktionen auf verschiedensten Ebenen statt, dessen Auswirkungen am Walter Eucken Institut intensiv empirisch untersucht werden. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Frage nach einer angemessenen Ordnung für den interstaatlichen Wettbewerb. Das zunehmend drängende Problem der Staatsverschuldung verlangt ebenfalls nach dauerhaft glaubwürdigen Selbstbindungen der Politik – auch hiermit setzen sich die Wissenschaftler am Eucken Institut auseinander.

4. Ökonomische Theorie der Politik

Bisher wird die ökonomische Theorie weitgehend statisch betrieben und konnte noch nicht auf eine konkrete institutionelle Anwendung übertragen werden. Mit der Erneuerung des traditionellen Freiburger Forschungsansatzes um die Beiträge von James Buchanan widmet sich das Walter Eucken Institut der ordnungsökonomischen Forschungsfrage, wie das Zusammen-leben der Bürger durch gemeinsame Regelbindung und institutionelle Arrangements verbessert werden kann. 

5. Theoriegeschichtliche Untersuchungen zur Freiburger Schule

Das Potential der Freiburger Tradition und ihre aktuelle Bedeutung haben sich aus verschiedenen ideen- und theoriegeschichtlichen Ansätzen entwickelt. Ihre Darstellung und die kritische Prüfung ihrer Grundlagen können wichtige Impulse auch für heutige Fragestellungen liefern.
Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt sind dabei auch die Entstehungsbedingungen der Sozialen Marktwirtschaft und ihre Relevanz für die heutige Reform der Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Zugleich sieht es das Institut als seine Aufgabe an, in Kooperation mit ausgewiesenen Dogmenhistorikern die Forschung zu den einzelnen Mitgliedern der Freiburger Schule durch biographische, bibliographische und zeithistorische Untersuchungen fortzusetzen und weiter zu fördern.

© Walter Eucken Institut